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Polizei durchsucht erzbischöfliche Büros in Brüssel

in Medienberichte

(ORF, 24.06.2010) Bei Ermittlungen wegen Missbrauchs von Kindern und Besitzes von Kinderpornografie hat die Polizei gestern Büros im bischöflichen Palast des Erzbistums Brüssel-Mechelen durchsucht. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga zufolge wurde auch das Büro des im Jänner zurückgetretenen Kardinals Godfried Danneels (77) durchsucht. Der Computer des einstigen Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz wurde beschlagnahmt.

Opferanlaufstelle durchsucht
Das flämische Fernsehen VRT berichtete, die Durchsuchungen seien Teil von Ermittlungen, bei denen es darum gehe, ob die katholische Kirche Belgiens in den vergangenen Jahren über Missbrauchsvorwürfe gegen Priester Bescheid wusste und entsprechende Erkenntnisse geheim gehalten habe.

Die Polizisten beschlagnahmten bei einer anderen Hausdurchsuchung 450 Akten über angebliche Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Seelsorger. Diese Akten befanden sich in den Räumen einer Kommission in Löwen, die von der belgischen Bischofskonferenz als Anlaufstelle für Opfer eingerichtet worden war. Der Vorsitzende der Kommission, Peter Adriaenssens, protestierte gegen die Polizeiaktion und erklärte, es gebe mit der Staatsanwaltschaft eine Absprache über die Vertraulichkeit der Unterlagen.

Missbrauch in der Kirche: Kostenlose Rechtsvertretung für Betroffene

in Medienberichte

(Wien, 23.6.2010 PUR) Die kirchenunabhängige Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ bietet kostenlose Rechtsvertretung (außergerichtlich) an. Betroffenen, welche sich bisher an die kirchliche Klasnic-Kommission unter Kardinal Schönborn oder an die Ombudsstellen der Diözesen gewandt haben, wird geraten, nicht voreilig Vergleiche, Stillschweigeabkommen o.ä. zu unterzeichnen. Auch diese Personen sind eingeladen, die ihnen vorgelegten Verträge durch die Anwälte der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt kostenlos überprüfen zu lassen.

Klasnic erhielt hohen Papst Orden

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Befangene Klasnic-Kommission verunmöglicht unabhängige Untersuchung der Kirchenverbrechen

(26.4.2010 PUR) Die Kirche rund um Kardinal Schönborn zieht alle PR-Register, um eine offensichtlich gefürchtete staatliche Untersuchungskommission durch eine eigene, vorgetäuscht „unabhängige“ Kommission zu verhindern. Dass die von Schönborn designierte Kommissions-Leiterin Waltraud Klasnic jedoch keineswegs unabhängig ist, zeigt auch die Tatsache, dass ihr im Jahre 2003 der päpstliche „Gregorius-Orden für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion“ verliehen wurde. Es ist dies eine der ranghöchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht. „Wer immer in dieser Kommission sitzen mag, sie ist und bleibt eine von der Kirche und damit von Tätervertretern eingesetzte, bezahlte und gesteuerte Gruppe“, ärgert sich Klaus Fluch von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. Die Plattform sieht die Kommission als bloßes Feigenblatt, um die Gründung einer staatlichen unabhängigen Kommission nach irischem Vorbild zu verhindern.

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BM Bandion-Ortners Stellungnahme große Enttäuschung für die Opfer

in Medienberichte

Staatliche Kommission auf Vorschlag von Grünen und SP-Justizsprecher Jarolim richtig und demokratiepolitische Pflicht
(Wien 21.4.10 PUR) Die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt begrüßt die Initiative der Grünen, den Kirchenmissbrauchs-Skandal im Parlament zu diskutieren. Die Plattform nimmt hingegen mit Enttäuschung die Stellungnahme von BM Bandion-Ortner zur Kenntnis. „Lediglich Betroffenheit zu artikulieren, ohne konkrete politische und juristische Schritte zu setzen, ist zu wenig. Die Justizministerin blieb heute in allen wesentlichen Punkten Antwort schuldig. Mehr noch: es entsteht der Eindruck, dass hier Täter bzw. die Kirche eine Bevorzugung durch die Justizministerin genießen“ erklärt Klaus Fluch von der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt. So verschickt die Ministerin zwar Presseaussendungen gemeinsam mit Kardinal Schönborn (www.ots.at), ist aber nicht bereit, Opfer kirchlicher Gewalt anzuhören oder diese zu vertreten.

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Erhebungen durch die Justiz statt Runder Tisch mit Politikern

in Medienberichte, Pressemeldungen

(PM) Missbrauchsskandal:
– Betroffene von Minister-Tisch ausgeschlossen
– Lukriert Klasnic Kirchen-Gelder über eigene PR-Agentur?

(13.4.10 PUR) Erhebungen durch die Justiz statt Runder Tisch mit Politikern
„Die, um die es geht, werden wieder ausgegrenzt“ kommentiert die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ den Runden Tisch, den BM Bandion-Ortner und ÖVP-Chefin Marek für 13.4. anberaumt haben und zu dem keine Opfervertreter eingeladen wurden (Klasnic hat indes aus „terminlichen“ Gründen abgesagt). Mit Waltraud Klasnic sei lediglich eine von Schönborn eingesetzte „Täter-Vertreterin“ geladen worden, kritisiert die unabhängige Plattform. Kritisiert wird ferner, dass es immer noch keine staatliche Untersuchung des massenhaften sexuellen Missbrauchs und der systematischen Vertuschungen durch die Kirche gibt. Um die Täter zu schützen, haben sich die Kirchenoberen jahrzehntelang über die geltenden Gesetze hinweggesetzt: heute tun sie dies immer noch. Es scheint, als ob Justiz und Politik diesem Treiben tatenlos zusehen würde.

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