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Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt: 35 pädophile Priester unbehelligt im Amt

in Betroffene berichten, Medienberichte

Betroffene fordern Bischöfe zum Handeln auf und übermitteln Liste von Beschuldigten

(Wien, 4.6.12, PUR) – Bei der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt sind seit März 2010 mehr als 400 Meldungen zu Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eingegangen. In diesem Zusammenhang wurden vielfach auch die Namen der Gewaltausübenden genannt. Besonders beschämend ist es, dass sich 35 beschuldigte Priester nach wie vor im Dienst befinden. Einige von ihnen wurden zwar kurzfristig suspendiert, aber nach Abflauen des öffentlichen Interesses schon bald wieder in der Seelsorge eingesetzt. Die Hoffnung, dass seitens der römisch-katholischen Kirche nachhaltige Konsequenzen gezogen wurden, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Diese zögerliche Haltung stellt eine der Ursachen für sexuelle Gewalt in der Kirche dar. „Es ist empörend, wenn Priester in neuen Pfarren eingesetzt werden bzw. als Aushilfspriester tätig sind, wenn ein vielfach schuldig gewordener Priester in den Kunst- und Kulturbeirat der Erzdiözese Wien berufen und zum Kirchenrektor einer oberösterreichischen Kirche ernannt wird“, sagt der Psychologe Philipp Schwärzler von der unabhängigen Hotline. „Es ist unfassbar, dass ein Priester, der sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt hat, jetzt Sakristeidirektor in einer Stiftskirche ist. Oder dass ein burgenländischer Pfarrer trotz einer strafrechtlichen Verurteilung zu 18 Monaten bedingter Haft wegen versuchtem schweren sexuellen Missbrauchs, sittlicher Gefährdung von Personen unter 16 Jahren und Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz wieder sein Pfarreramt inne hat.“

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Die Namen dieser und weiterer Männer wurden jetzt an die zuständigen Bischöfe gesandt mit der Aufforderung, endlich Konsequenzen zu ziehen bzw. die in manchen Fällen noch notwendigen Abklärungen vorzunehmen und bis Ende Juli 2012 über die Ergebnisse zu informieren. Es sind insgesamt 40 Personen, denen allesamt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorgeworfen wurde. 35 Priester (davon 17 Ordenspriester), 2 nicht geweihte Ordensangehörige sowie 3 Laienmitarbeiter. In nahezu zwei Drittel dieser Fälle liegen auch Angaben darüber vor, dass kirchliche Stellen (Ombudsstellen; Klasnic-Kommission; Vorgesetzte wie Bischöfe, Äbte usw.) über die Vorwürfe informiert sind. Trotzdem dürfen diese Männer immer noch ehrenvolle Ämter bekleiden und priesterliche Funktionen ausüben.
Die Anzahl der beschuldigten Priester im Amt verteilt sich auf folgende Diözesen:

Erzdiözese Wien, Kardinal Schönborn: 11
Diözese Graz-Seckau, Bischof Kapellari: 7
Erzdiözese Salzburg, Erzbischof Kothgasser: 6
Diözese Innsbruck, Bischof Scheuer: 5
Diözese Linz, Bischof Schwarz: 4
Diözese St. Pölten, Bischof Küng: 3
Militärdiözese, Bischof Werner: 2
Diözese Eisenstadt, Bischof Zsifkovics: 1
Diözese Essen (D), Bischof Overbeck: 1

Kaplan Paterno und das Schweigen des Bischofs
Die Verantwortlichen der Diözese Feldkirch werden darüber informiert, dass die vielen Betroffenen von sexueller Gewalt durch Kaplan Paterno immer noch auf eine öffentliche Stellungnahme warten. Kaplan Paterno hat die Taten bis zu seinem Tod geleugnet und die Verantwortlichen der Diözese haben sich bei den Betroffenen trotz Kenntnis der eindeutigen Sachlage nie öffentlich entschuldigt.

vernetzung@betroffen.at

Presse-Rückfragen: FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at

Siehe auch: www.tt.com und oe1.orf.at

Kloster Mehrerau: Über Missbrauch „einfach geschwiegen“

in Medienberichte

Vorarlberg, 27.4.2012, derstandard.at

Trotz bekannter Missbrauchsfälle durfte ein Pater mehrere Jahre am Gymnasium unterrichten. Kloster und Schulbehörde zeigten nicht an
Bregenz – Eintragungen über einen Missbrauchsfall verschwinden aus dem Personalakt, ein Gerichtsakt ist zwar in aller Munde, aber keiner hat ihn gesehen. Die Schadenersatzprozesse gegen das Kloster Mehrerau werfen immer mehr Fragen auf. Etwa jene, ob die Schulbehörde informiert wurde. Schließlich sind lehrende Patres des Privatgymnasiums mit Öffentlichkeitsrecht Gehaltsempfänger des Landesschulrats.
Pater Johannes, der seine pädophile Neigung und mehrere Übergriffe auf Schüler 2004 bei Polizeieinvernahmen eingestand, unterrichtete im katholischen Elitegymnasium Biologie und Chemie, obwohl er das Studium nie abgeschlossen hatte und obwohl sexuelle Übergriffe und seine Neigung zu körperlicher Gewalt seit 1967 bekannt waren. 1981 wurde er sogar zum Regens, Leiter des Internats, bestellt.

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Kloster will für Missbrauch nicht haften

in Medienberichte

Wien, 27.4.2012, derstandard.at
Gleich zweimal saß der Abt des Zisterzienserklosters Mehrerau, Anselm van der Linde, am Donnerstag vor Gericht. Zwei Opfer sexueller Gewalt fordern vom Kloster zivilrechtlich Schadenersatz
Feldkirch – Eines hatten die Kläger und der Abt beim Zivilrechtsprozess Missbrauchsopfer kontra Kloster Mehrerau gemeinsam: Alle drei Männer waren angespannt, die Situation war ihnen sichtlich unangenehm. Das war es dann aber auch schon: „Kein Vergleich, wir bleiben bei unserer Haltung“, stellte der Anwalt des Klosters, Bertram Grass, klar. Schadenersatzforderungen, im ersten Fall 200.000 Euro, im zweiten 135. 000 Euro, werden wegen Verjährung abgelehnt. Die Opfer sollten sich an die Klasnic-Kommission wenden.
Zwei ehemalige Schüler, beide geben an, von Pater Johannes, ihrem Lehrer und Erzieher, über Jahre missbraucht worden zu sein, klagten das Kloster unabhängig voneinander. Der Einfachheit halber wurde hintereinander verhandelt.

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Kloster stellt Glaubwürdigkeit von Kläger infrage

in Betroffene berichten, Medienberichte

Vorarlberg, 26.4.2012, vorarlberg.orf.at

Im Prozess eines 58-Jährigen gegen das Kloster Mehrerau am Landesgericht Feldkirch haben Rechtsvertreter des Klosters die Missbrauchsvorwürfe des ehemaligen Schülers angezweifelt. Die beiden Zivilprozesse wurden vertagt.

Am Landesgericht Feldkirch wurden am Donnerstag gleich zwei Klagen gegen das Kloster Mehrerau verhandelt. Zwei ehemalige Internats-Zöglinge gehen zivilrechtlich gegen das Kloster vor, weil sie Schadenersatz für jahrelange und schwere sexuelle Misshandlung verlangen. Beide Zivilprozesse wurden vertagt.
Ein ehemaliger 58 Jahre alter Schüler stand am Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht. Beim ersten Prozess und auch noch zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag waren die Übergriffe von beiden Seiten unbestritten.

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Kirchenopfer klagt Klasnic-Kommission an

in Betroffene berichten, Medienberichte

Wien, 25.4.2012, kurier.at

Vertrauliche Gespräche eines Missbrauchsopfers mit Psychologen der Klasnic-Kommission sollen an die Kirche weitergegeben worden sein.

Datenleck oder breiter Datenmissbrauch? Diese Frage stellt sich Herbert Loitsch. Der Niederösterreicher ist ein von der Kirche anerkanntes Missbrauchsopfer.

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Datenleck in der Klasnic-Kommission

in Betroffene berichten, Medienberichte

Markus Rohrhofer, 24. April 2012, derstandard.at

Die Unabhängigkeit der Klasnic-Kommission steht auf dem Prüfstand. Eine Datenanfrage eines Opfers offenbart, dass offensichtlich intime Details rund um Missbrauchsfälle bei der Bischofskonferenz landen
Herbert L. wandte sich im vergangenen Jahr mit einer sogenannten Datenanfrage an die Klasnic-Kommission und die Stiftung Opferschutz. Herr L. ist anerkanntes Missbrauchsopfer und wurde bereits mit 10.000 Euro von der katholischen Kirche entschädigt. Was der Wiener noch genau wissen wollte, ist, welche Daten zu seiner Person im Zuge seiner Missbrauchsaufarbeitung gespeichert wurden. Die Antwort kam im Februar 2012 und überraschte Herbert L. Der eingeschriebene Brief, der dem Standard vorliegt, trägt nämlich den Briefkopf des Generalsekretariats der österreichischen Bischofskonferenz.
Die Erklärung folgt im ersten Absatz: „Beide angefragten Einrichtungen haben das Auskunftsbegehren zuständigkeitshalber der Datenschutzkommission der Katholischen Kirche in Österreich zugeteilt.“ Zuständig für mitunter heikle Datenfragen rund um die eigentlich kirchenunabhängige Opferschutzanwaltschaft ist also die katholische Datenschutzkommission.

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ZIB24 Studiogespräch vom 17.4.2012

in Betroffene berichten, Medienberichte, TV & Filme

Im Studio zu Gast sind Caroline List von der „Klasnic-Kommission“ und Opfervertreter Sepp Rothwangl von der „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“.

https://youtu.be/ZvlJazaOyW0

Bilanz der Klasnic-Kommission

in Medienberichte

ORF, ZIB24, 17.4.2012
Zwei Jahre ist es nun her, dass die unabhängige Opferschutz-Anwaltschaft, besser bekannt als Klasnic-Kommission, zu arbeiten begonnen hat. Zwei Jahre lang hat sie Opfer von sexuellem Missbrauch, von Misshandlungen, die diese in kirchlichen Einrichtungen über sich ergehen lassen mussten, beraten und sich dann letztlich um die Auszahlung von Entschädigungsgeldern zu gekümmert. Über 1200 Opfer haben sich seitdem gemeldet, über 700 sind bis jetzt entschädigt worden.
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ORF, ZIB, 16.4.2012
Zwischenbilanz der Klasnic-Kommission: Die unabhängige Opferschutz-Anwaltschaft hat vor zwei Jahren ihre Arbeit aufgenommen. Ziel war es, Opfern von sexuellem Missbrauch und Gewalt in kirchlichen Einrichtungen rasch und unbürokratisch zu Entschädigung und Therapie zu verhelfen. 702 Betroffene sind bisher entschädigt worden.
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Missbrauch: 40 Priester noch im Amt?

in Medienberichte

Die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ kritisiert weiterhin die ihrer Meinung nach mangelnde Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche. Derzeit seien rund 40 beschuldigte Priester im Amt, sagte Sepp Rothwangl von der Plattform heute.
Nicht nur die Opferschutzanwaltschaft, der die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic vorsitzt, wurde vor zwei Jahren im Auftrag der katholischen Kirche gegründet. Auch die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ startete damals ihre Tätigkeit und kritisiert seitdem die „Klasnic-Kommission“ als von der Kirche abhängig.
Wenig habe sich seitdem geändert, bemängelt Rothwangl, der laut eigener Aussage selbst Missbrauchsopfer ist. So würden Priester geschützt: „Ich sehe in der Vertuschung der Fälle einen Bestandteil der Tat.“ Die Namen jener rund 40 missbrauchsverdächtigen Geistlichen, die derzeit immer noch im Amt seien, kenne man. Eine Veröffentlichung behalte sich die Plattform vor, so Rothwangl. Die Plattform schlägt der Kirche auch vor, Klagen auch zivilrechtlich prüfen zu lassen, da hier andere Verjährungsfristen gelten würden.

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AVISO PK am 16.4. – Missbrauch in der r.k. Kirche: Bilanz über die letzten beiden Jahre 

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(Wien, 12.4.2012, PUR) Vor 2 Jahren haben viele Opfer kirchlicher Gewalt ihr Schweigen erstmals gebrochen.
Was ist seit dem geschehen? Und wie beurteilen Betroffene, Experten und die Opposition die Aufarbeitung durch kirchliche und staatliche Stellen?

Am Podium:
Holger Eich, Psychologe (Fachgebiet: Gewalt gegen Kinder)
Albert Steinhauser, NR-Abg., Justizsprecher, Die Grünen
Sepp Rothwangl, Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt

Montag 16.4.2012, 10.00,
Cafe Leopold, Museumsplatz 1 (MQ), 1070 Wien

Rückfragen+Anmeldung (erforderlich): FJ PURKARTHOFER PR,
+43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at

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