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Kloster Mehrerau: Über Missbrauch „einfach geschwiegen“

in Medienberichte

Vorarlberg, 27.4.2012, derstandard.at

Trotz bekannter Missbrauchsfälle durfte ein Pater mehrere Jahre am Gymnasium unterrichten. Kloster und Schulbehörde zeigten nicht an
Bregenz – Eintragungen über einen Missbrauchsfall verschwinden aus dem Personalakt, ein Gerichtsakt ist zwar in aller Munde, aber keiner hat ihn gesehen. Die Schadenersatzprozesse gegen das Kloster Mehrerau werfen immer mehr Fragen auf. Etwa jene, ob die Schulbehörde informiert wurde. Schließlich sind lehrende Patres des Privatgymnasiums mit Öffentlichkeitsrecht Gehaltsempfänger des Landesschulrats.
Pater Johannes, der seine pädophile Neigung und mehrere Übergriffe auf Schüler 2004 bei Polizeieinvernahmen eingestand, unterrichtete im katholischen Elitegymnasium Biologie und Chemie, obwohl er das Studium nie abgeschlossen hatte und obwohl sexuelle Übergriffe und seine Neigung zu körperlicher Gewalt seit 1967 bekannt waren. 1981 wurde er sogar zum Regens, Leiter des Internats, bestellt.

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Kloster will für Missbrauch nicht haften

in Medienberichte

Wien, 27.4.2012, derstandard.at
Gleich zweimal saß der Abt des Zisterzienserklosters Mehrerau, Anselm van der Linde, am Donnerstag vor Gericht. Zwei Opfer sexueller Gewalt fordern vom Kloster zivilrechtlich Schadenersatz
Feldkirch – Eines hatten die Kläger und der Abt beim Zivilrechtsprozess Missbrauchsopfer kontra Kloster Mehrerau gemeinsam: Alle drei Männer waren angespannt, die Situation war ihnen sichtlich unangenehm. Das war es dann aber auch schon: „Kein Vergleich, wir bleiben bei unserer Haltung“, stellte der Anwalt des Klosters, Bertram Grass, klar. Schadenersatzforderungen, im ersten Fall 200.000 Euro, im zweiten 135. 000 Euro, werden wegen Verjährung abgelehnt. Die Opfer sollten sich an die Klasnic-Kommission wenden.
Zwei ehemalige Schüler, beide geben an, von Pater Johannes, ihrem Lehrer und Erzieher, über Jahre missbraucht worden zu sein, klagten das Kloster unabhängig voneinander. Der Einfachheit halber wurde hintereinander verhandelt.

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Kloster stellt Glaubwürdigkeit von Kläger infrage

in Betroffene berichten, Medienberichte

Vorarlberg, 26.4.2012, vorarlberg.orf.at

Im Prozess eines 58-Jährigen gegen das Kloster Mehrerau am Landesgericht Feldkirch haben Rechtsvertreter des Klosters die Missbrauchsvorwürfe des ehemaligen Schülers angezweifelt. Die beiden Zivilprozesse wurden vertagt.

Am Landesgericht Feldkirch wurden am Donnerstag gleich zwei Klagen gegen das Kloster Mehrerau verhandelt. Zwei ehemalige Internats-Zöglinge gehen zivilrechtlich gegen das Kloster vor, weil sie Schadenersatz für jahrelange und schwere sexuelle Misshandlung verlangen. Beide Zivilprozesse wurden vertagt.
Ein ehemaliger 58 Jahre alter Schüler stand am Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht. Beim ersten Prozess und auch noch zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag waren die Übergriffe von beiden Seiten unbestritten.

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Kirchenopfer klagt Klasnic-Kommission an

in Betroffene berichten, Medienberichte

Wien, 25.4.2012, kurier.at

Vertrauliche Gespräche eines Missbrauchsopfers mit Psychologen der Klasnic-Kommission sollen an die Kirche weitergegeben worden sein.

Datenleck oder breiter Datenmissbrauch? Diese Frage stellt sich Herbert Loitsch. Der Niederösterreicher ist ein von der Kirche anerkanntes Missbrauchsopfer.

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Datenleck in der Klasnic-Kommission

in Betroffene berichten, Medienberichte

Markus Rohrhofer, 24. April 2012, derstandard.at

Die Unabhängigkeit der Klasnic-Kommission steht auf dem Prüfstand. Eine Datenanfrage eines Opfers offenbart, dass offensichtlich intime Details rund um Missbrauchsfälle bei der Bischofskonferenz landen
Herbert L. wandte sich im vergangenen Jahr mit einer sogenannten Datenanfrage an die Klasnic-Kommission und die Stiftung Opferschutz. Herr L. ist anerkanntes Missbrauchsopfer und wurde bereits mit 10.000 Euro von der katholischen Kirche entschädigt. Was der Wiener noch genau wissen wollte, ist, welche Daten zu seiner Person im Zuge seiner Missbrauchsaufarbeitung gespeichert wurden. Die Antwort kam im Februar 2012 und überraschte Herbert L. Der eingeschriebene Brief, der dem Standard vorliegt, trägt nämlich den Briefkopf des Generalsekretariats der österreichischen Bischofskonferenz.
Die Erklärung folgt im ersten Absatz: „Beide angefragten Einrichtungen haben das Auskunftsbegehren zuständigkeitshalber der Datenschutzkommission der Katholischen Kirche in Österreich zugeteilt.“ Zuständig für mitunter heikle Datenfragen rund um die eigentlich kirchenunabhängige Opferschutzanwaltschaft ist also die katholische Datenschutzkommission.

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ZIB24 Studiogespräch vom 17.4.2012

in Betroffene berichten, Medienberichte, TV & Filme

Im Studio zu Gast sind Caroline List von der „Klasnic-Kommission“ und Opfervertreter Sepp Rothwangl von der „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“.

https://youtu.be/ZvlJazaOyW0

Bilanz der Klasnic-Kommission

in Medienberichte

ORF, ZIB24, 17.4.2012
Zwei Jahre ist es nun her, dass die unabhängige Opferschutz-Anwaltschaft, besser bekannt als Klasnic-Kommission, zu arbeiten begonnen hat. Zwei Jahre lang hat sie Opfer von sexuellem Missbrauch, von Misshandlungen, die diese in kirchlichen Einrichtungen über sich ergehen lassen mussten, beraten und sich dann letztlich um die Auszahlung von Entschädigungsgeldern zu gekümmert. Über 1200 Opfer haben sich seitdem gemeldet, über 700 sind bis jetzt entschädigt worden.
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ORF, ZIB, 16.4.2012
Zwischenbilanz der Klasnic-Kommission: Die unabhängige Opferschutz-Anwaltschaft hat vor zwei Jahren ihre Arbeit aufgenommen. Ziel war es, Opfern von sexuellem Missbrauch und Gewalt in kirchlichen Einrichtungen rasch und unbürokratisch zu Entschädigung und Therapie zu verhelfen. 702 Betroffene sind bisher entschädigt worden.
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Missbrauch: 40 Priester noch im Amt?

in Medienberichte

Die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ kritisiert weiterhin die ihrer Meinung nach mangelnde Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche. Derzeit seien rund 40 beschuldigte Priester im Amt, sagte Sepp Rothwangl von der Plattform heute.
Nicht nur die Opferschutzanwaltschaft, der die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic vorsitzt, wurde vor zwei Jahren im Auftrag der katholischen Kirche gegründet. Auch die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ startete damals ihre Tätigkeit und kritisiert seitdem die „Klasnic-Kommission“ als von der Kirche abhängig.
Wenig habe sich seitdem geändert, bemängelt Rothwangl, der laut eigener Aussage selbst Missbrauchsopfer ist. So würden Priester geschützt: „Ich sehe in der Vertuschung der Fälle einen Bestandteil der Tat.“ Die Namen jener rund 40 missbrauchsverdächtigen Geistlichen, die derzeit immer noch im Amt seien, kenne man. Eine Veröffentlichung behalte sich die Plattform vor, so Rothwangl. Die Plattform schlägt der Kirche auch vor, Klagen auch zivilrechtlich prüfen zu lassen, da hier andere Verjährungsfristen gelten würden.

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AVISO PK am 16.4. – Missbrauch in der r.k. Kirche: Bilanz über die letzten beiden Jahre 

in Medienberichte, Veranstaltungen

(Wien, 12.4.2012, PUR) Vor 2 Jahren haben viele Opfer kirchlicher Gewalt ihr Schweigen erstmals gebrochen.
Was ist seit dem geschehen? Und wie beurteilen Betroffene, Experten und die Opposition die Aufarbeitung durch kirchliche und staatliche Stellen?

Am Podium:
Holger Eich, Psychologe (Fachgebiet: Gewalt gegen Kinder)
Albert Steinhauser, NR-Abg., Justizsprecher, Die Grünen
Sepp Rothwangl, Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt

Montag 16.4.2012, 10.00,
Cafe Leopold, Museumsplatz 1 (MQ), 1070 Wien

Rückfragen+Anmeldung (erforderlich): FJ PURKARTHOFER PR,
+43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at

Missbrauch in Mehrerau: Wenn Klöster mauern

in Medienberichte

Mutter Kirche beweist im Umgang mit straffällig gewordenen Söhnen Langmut. Nach Missbrauch ist in Klöstern Versetzungspolitik und Intransparenz üblich, wie zwei Fälle aus der Abtei Mehrerau zeigen.
Über Fragen des Daseins lange nachzudenken, ist eine der Aufgaben von Kirchenmännern. Die Frage, wann und wie lange ein wegen Missbrauchs verurteilter Priester suspendiert wurde, scheint zu den ganz kniffligen zu gehören. Kassian Lauterer, Altabt der Bregenzer Abtei Mehrerau, brauchte zur Beantwortung neun Tage. Am 19. März teilte er den Medien mit, er habe „Pater J.“ 1982, nachdem er von den Eltern eines missbrauchten Schülers informiert worden war, „sofort aus dem Schuldienst entfernt, als Priester suspendiert und versetzt“. Wie lange die Suspension dauerte, wollte er nicht sagen.
Am 28. März ließ Lauterer dem Standard über Sprecher Harald Schiffl ausrichten: „Die Suspendierung wurde im Herbst 1982 mit ausdrücklicher Genehmigung des Bischofs von Innsbruck aufgehoben.“ In der Diözese Innsbruck sind jedoch keine Daten dazu auffindbar. Pressesprecher Michael Gstaltmeyr: „Wir wissen nur, dass der Pater am 1.9.1982 in Sautens als Priester angefangen hat und am 10.3.2010 suspendiert wurde. Über Gerichtsverfahren vor 2010 wurde die Diözese nicht informiert.“

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