betroffen.at

Missbrauch: Streit über heikle Daten

in Missbrauch

wien.orf.at, 2.2.2013

Ein Missbrauchsopfer hat von der Datenschutzkommission der Republik in einem Verfahren gegen die römisch-katholische Kirche recht bekommen. Der Mann hatte von der Opferschutzanwaltschaft eine Auskunft gefordert, kontaktiert wurde er von der kirchlichen Datenschutzeinrichtung.
Der Mann hatte sich zuerst an die Opferschutzanwaltschaft sowie an die kirchliche Stiftung Opferschutz (die für die Entschädigungen aufkommt) gewandt, die Antwort kam jedoch von der kirchlichen Datenschutzkommission. Von dort hieß es, dass man lediglich über die Existenz von „Datenarten“ Bescheid wisse, allerdings nicht über Inhalte verfüge.

Missbrauchsopfer befürchtete „Datenleck“
Opferschutzanwaltschaft und Stiftung hätten sich an die Kommission gewandt, wie mit solchen Auskunftsbegehren umzugehen sei, war die Begründung für die Kontaktaufnahme. Die Bestimmungen der katholischen Kirche sähen vor, dass in „Zweifelsfragen“ die Auskunftserteilung der Datenschutzkommission obliege, hatte es geheißen.

Zum Artikel: wien.orf.at

Missbrauch: Opferplattform kritisiert Pfarrer-Initiative

in Missbrauch

diepresse.com, 26.11.2012

Schüllers Interesse am Thema sexuelle Gewalt sei „äußerst gering“, kritisiert die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“. Sie fordert mehr Unterstützung.
Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt ist trotz des Ausschlusses zweier Mitglieder unter Missbrauchsverdacht mit der Pfarrer-Initiative weiterhin unzufrieden. Das Interesse deren Sprechers, Helmut Schüller, am Thema Sexuelle Gewalt in der Kirche sei nach wie vor „äußerst gering“, bemängelte Sepp Rothwangl von der Plattform am Montag in einer Stellungnahme gegenüber der Austria Presse Agentur. Erst durch die mediale Berichterstattung habe die Pfarrer-Initiative reagiert.
Zum Artikel: diepresse.com

England machts vor: Missbrauchsvorwürfe: Britischer Ex-Bischof in Haft

in Missbrauch, Politik

orf.at, 13.11.2012
Im Zuge von Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sind in Großbritannien zwei Geistliche festgenommen worden, darunter auch ein früherer Bischof der anglikanischen Kirche.
Wie die Polizei gestern mitteilte, wurden der frühere Bischof von Lewes und Gloucester sowie ein ehemaliger Priester festgenommen. 
Dem 80-jährigen früheren Bischof wird demnach vorgeworfen, in den 80er und 90er Jahren acht Buben und junge Männer missbraucht zu haben.

Zum Artikel: www.orf.at

Missbrauch: Sammelt Klasnic Kommission intimste Daten Betroffener für die Bischofskonferenz?

in Missbrauch

ARGE DATEN: „Unterlassungs- bzw. Schadenersatzmöglichkeiten prüfen“

(Wien, 25.4.12, PUR)  „Nach dem sexuellen Missbrauch erfolgt der Datenmissbrauch“, empört sich Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. Heute wurde bekannt, dass die Klasnic-Kommmission alle Daten eines Missbrauchsopfers an die Bischofskonferenz weitergegeben hatte. Laut Auskunft des Datenschutzbeauftragten der österreichischen Bischofskonferenz werden neben Namen, Anschrift, Taufdaten und Kirchenaustrittsdaten auch die Art des Missbrauchs, Orte des Missbrauchs, Namen von Therapeuten sowie die gesammelte Korrespondenz zwischen Opfer und Opferschutzanwaltschaft gespeichert, sowie Clearing-Daten, also jene höchst sensiblen Informationen, die im psychologischen Gutachten zur Ermittlung der Höhe des Schadensersatzes gesammelt werden. Während ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen oder AnwältInnen per Gesetz zur Geheimhaltung der sensiblen Daten ihrer KlientInnen verpflichtet sind, setzt sich die Kirche über die geltende Rechtslage hinweg.

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Mädchen von Nonnen missbraucht

in Missbrauch

Über Frauen als Täterinnen wurde bisher in der Heimdebatte der Mantel des Schweigens gelegt. Ein Opfer aus Martinsbühel erzählt nun erstmals über schwersten sexuellen Missbrauch durch Nonnen. Die inzwischen 49-jährige Tirolerin hat in ihrer Kindheit die Hölle durchlebt, wie sie der Tiroler Tageszeitung erzählt. Besonders die fünf Jahre in Martinsbühel bei Zirl – ein Kinderheim, das von den Benediktinerinnen geführt wurde – sind in ihren Albträumen allgegenwärtig. „Wir mussten Erbrochenes essen. Wer nicht still war, musste stundenlang kniend mit einem Besenstiel im Mund ausharren. Wir wurden zur Zwangsarbeit aufs Feld geschickt und das um fünf Uhr in der Früh“, so die Frau.

Tiroler Tageszeitung

Pater Wolfgang Heiß streitet Vorwürfe ab. (21. Juni 2011)

in Missbrauch

Pater Wolfgang Heiß legt ein Geständniss ab. (29. Mai 2011)

in Missbrauch

Karfreitags-PK

in Missbrauch, Pressemeldungen

Opfer brechen ihr Schweigen – Missbrauch in der röm.-kath. Kirche

Dr. Werner Schostal, Rechtsanwalt und Schadenersatzexperte Wien
Dr. Manfred Deiser, Psychotherapeut, Mitinitiator „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ (Beirat)
Klaus Fluch, Betroffener
Mag. Holger Eich, Psychologe, Fachgebiet: Gewalt gegen Kinder, kirchenunabhängige Hotline

Entschuldigungen und Demutsgebete reichen nicht –
Betroffene fordern Gerechtigkeit

(Wien, 2.4.10 PUR)


Taten statt Worte fordert die neue Selbsthilfe-Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“. Opfer und interdisziplinäre ExpertInnen haben sich zusammengeschlossen. Sie geben sich nicht mit kirchlichen Schuldeingeständnissen zufrieden und mit der Gründung kirchlicher Anlaufstellen, die keinerlei Transparenz gewährleisten. Stattdessen erwarten sie sich rechtliche Verfolgung der Täter sowie Schadenersatz-Zahlungen.

Forderungen:

  • Unabhängige staatliche Kommission nach irischem Vorbild
  • Erfassung der Geschädigten und deren Vernetzung
  • Kostenübernahme von Psychotherapie solange wie notwendig, allenfalls lebenslang
  • Öffnung der geheimen Kirchenarchive für die Staatsanwaltschaft
  • Weitergabe aller Verdachtsfälle an die Justiz, auch durch die Kirchliche Ombudsstellen
  • Gründung eines kirchenunabhängigen Fonds
  • Angemessene Entschädigung der Opfer

Verjährungsfristen revidieren
Opfer-Anwalt Werner Schostal zweifelt daran, ob die Verjährung in Anbetracht des ungeheuren Ausmaßes der Verbrechen menschenrechtskonform ist: „Angesichts der immer noch bestehenden psychischen Schäden sind Verjährungsfristen in Frage zu stellen“, kündigt er an. Nach Ostern soll eine Vernetzung sämtlicher Betroffenen-Gruppierungen erfolgen, auch mit amerikanischen Opfer-Vereinigungen und Anwälten wird die Plattform kooperieren. Die Mitverantwortung des Papstes wird geprüft.

Hotline: Grausamkeit und Demütigungen
Über 150 Betroffene haben sich innerhalb der ersten 8 Tage bei der neuen unabhängigen Plattform-Hotline gemeldet. Erstes Fazit: es sind Buben ebenso wie Mädchen unter den Opfern, auch die Täter sind beiderlei Geschlechts. Die Anrufenden berichten von seelischer, psychischer und physischer Gewalt, von Sadismus, schwarzer Pädagogik, Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch. Viele sprachen im Rahmen der Hotline erstmals über die schrecklichen Erlebnisse, die älteste Anruferin war 90 Jahre alt. Den meisten geht es weniger um Geld, sondern sie nehmen die Chance wahr, erstmals in ihrem Leben als Opfer gesehen zu werden und sich zu vernetzen. Manche wünschen sich auch eine schlichte Entschuldigung von ihrer/m PeinigerIn.

Kirche kann sich nicht selbst kontrollieren
Die neue, von Alt-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleitete Kirchenkommission wird von der Plattform abgelehnt: „Sie ist von der Kirche beauftragt, bezahlt und gelenkt. Was soll also dabei herauskommen?“ fragt Klaus Fluch von der „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“. Eine Institution könne sich nicht selber kontrollieren, schon gar nicht, was Verbrechen eines derartigen Ausmaßes betrifft. „Klasnic ist eine Täter-Beauftragte, keine Opfer-Beauftragte“, bringt es Sepp Rothwangl, Leiter einer weiteren Betroffenen-Gruppe auf den Punkt. Es könne nicht sein, dass die Kirche sich eine Kommission nach eigenen Gutdünken zurechtlege. Der von Christoph Schönborn bestellten Klasnic wirft die Plattform zu große Kirchennähe vor, immerhin ist sie Vorsitzende der „Freunde des Grazer Priesterseminars“. Gefordert wird hingegen eine unabhängige Kommission nach irischem Vorbild.

Kircheneigene Kommission soll intern agieren
Stattdessen könnte die kircheneigene Kommission – unter Leitung der überzeugten Katholikin Klasnic – dazu beitragen, dass die internen Rahmenbedingungen, die zu den Übergriffen beigetragen haben, sowie die systematischen Vertuschungsstrukturen aufgearbeitet werden. Auch soll die kirchliche Sexualmoral endlich an das 21. Jahrhundert angepasst werden – Stichwort:  Rolle der Frauen, Zölibat, Aufklärung, Verhütung.

26.3.1995: Christoph Schönborn über Kardinal Groer

in Missbrauch, Pressemeldungen

Opfer brechen ihr Schweigen – Missbrauch in der röm.-kath. Kirche

Dr. Werner Schostal, Rechtsanwalt und Schadenersatzexperte Wien
Dr. Manfred Deiser, Psychotherapeut, Mitinitiator „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ (Beirat)
Klaus Fluch, Betroffener
Mag. Holger Eich, Psychologe, Fachgebiet: Gewalt gegen Kinder, kirchenunabhängige Hotline

Entschuldigungen und Demutsgebete reichen nicht –
Betroffene fordern Gerechtigkeit

(Wien, 2.4.10 PUR)


Taten statt Worte fordert die neue Selbsthilfe-Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“. Opfer und interdisziplinäre ExpertInnen haben sich zusammengeschlossen. Sie geben sich nicht mit kirchlichen Schuldeingeständnissen zufrieden und mit der Gründung kirchlicher Anlaufstellen, die keinerlei Transparenz gewährleisten. Stattdessen erwarten sie sich rechtliche Verfolgung der Täter sowie Schadenersatz-Zahlungen.

Forderungen:

  • Unabhängige staatliche Kommission nach irischem Vorbild
  • Erfassung der Geschädigten und deren Vernetzung
  • Kostenübernahme von Psychotherapie solange wie notwendig, allenfalls lebenslang
  • Öffnung der geheimen Kirchenarchive für die Staatsanwaltschaft
  • Weitergabe aller Verdachtsfälle an die Justiz, auch durch die Kirchliche Ombudsstellen
  • Gründung eines kirchenunabhängigen Fonds
  • Angemessene Entschädigung der Opfer

Verjährungsfristen revidieren
Opfer-Anwalt Werner Schostal zweifelt daran, ob die Verjährung in Anbetracht des ungeheuren Ausmaßes der Verbrechen menschenrechtskonform ist: „Angesichts der immer noch bestehenden psychischen Schäden sind Verjährungsfristen in Frage zu stellen“, kündigt er an. Nach Ostern soll eine Vernetzung sämtlicher Betroffenen-Gruppierungen erfolgen, auch mit amerikanischen Opfer-Vereinigungen und Anwälten wird die Plattform kooperieren. Die Mitverantwortung des Papstes wird geprüft.

Hotline: Grausamkeit und Demütigungen
Über 150 Betroffene haben sich innerhalb der ersten 8 Tage bei der neuen unabhängigen Plattform-Hotline gemeldet. Erstes Fazit: es sind Buben ebenso wie Mädchen unter den Opfern, auch die Täter sind beiderlei Geschlechts. Die Anrufenden berichten von seelischer, psychischer und physischer Gewalt, von Sadismus, schwarzer Pädagogik, Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch. Viele sprachen im Rahmen der Hotline erstmals über die schrecklichen Erlebnisse, die älteste Anruferin war 90 Jahre alt. Den meisten geht es weniger um Geld, sondern sie nehmen die Chance wahr, erstmals in ihrem Leben als Opfer gesehen zu werden und sich zu vernetzen. Manche wünschen sich auch eine schlichte Entschuldigung von ihrer/m PeinigerIn.

Kirche kann sich nicht selbst kontrollieren
Die neue, von Alt-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleitete Kirchenkommission wird von der Plattform abgelehnt: „Sie ist von der Kirche beauftragt, bezahlt und gelenkt. Was soll also dabei herauskommen?“ fragt Klaus Fluch von der „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“. Eine Institution könne sich nicht selber kontrollieren, schon gar nicht, was Verbrechen eines derartigen Ausmaßes betrifft. „Klasnic ist eine Täter-Beauftragte, keine Opfer-Beauftragte“, bringt es Sepp Rothwangl, Leiter einer weiteren Betroffenen-Gruppe auf den Punkt. Es könne nicht sein, dass die Kirche sich eine Kommission nach eigenen Gutdünken zurechtlege. Der von Christoph Schönborn bestellten Klasnic wirft die Plattform zu große Kirchennähe vor, immerhin ist sie Vorsitzende der „Freunde des Grazer Priesterseminars“. Gefordert wird hingegen eine unabhängige Kommission nach irischem Vorbild.

Kircheneigene Kommission soll intern agieren
Stattdessen könnte die kircheneigene Kommission – unter Leitung der überzeugten Katholikin Klasnic – dazu beitragen, dass die internen Rahmenbedingungen, die zu den Übergriffen beigetragen haben, sowie die systematischen Vertuschungsstrukturen aufgearbeitet werden. Auch soll die kirchliche Sexualmoral endlich an das 21. Jahrhundert angepasst werden – Stichwort:  Rolle der Frauen, Zölibat, Aufklärung, Verhütung.

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