betroffen.at

UN fordert Aktenfreigabe zu sexuellem Missbrauch

in Missbrauch

Papst Franz, der im März gewählt wurde, wurde dazu aufgerufen, dem Problem des sexuellen Missbrauchs durch Priester eine dringende Priorität seines Pontifikats zu geben.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes veröffentlicht seine Forderungen nach Informationen aus dem Vatikan am Dienstag.

Der Ausschuss sagte, „in Anbetracht der Anerkennung der sexuellen Gewalt gegen Kinder durch Mitglieder des Klerus, Brüder und Schwestern in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt und angesichts der Größenordnung des Missbrauchs“, sollte sich der Vatikan verpflichtet fühlen, detaillierte Informationen über alle Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern durch Geistliche zu veröffentlichen.

Der Vatikan solle zeigen, ob er Maßnahmen umgesetzt habe“, um sicherzustellen, dass kein Mitglied des Klerus noch des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird und in Kontakt mit Kindern bleibe“, denn oft hätten Bischöfe missbräuchliche Priester nur aus einer Gemeinde in eine andere versetzt.

Der UN-Ausschuss verlangte ebenso, über konkrete Fälle informiert zu werden, in denen Bischöfe oder andere katholische Führer es versäumt hätten, den Verdacht des Missbrauchs der Polizei zu melden.

hpd.de
www.telegraph.co.uk

Zwölf Jahre Haft für ehemaligen Kremsmünster-Pater

in Missbrauch, Prozesse

Dem heute 79-Jährigen werden sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf insgesamt 24 ehemalige Schüler vorgeworfen. Opferanwälte haben ihn inzwischen auch wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt.

kremsmünster-prozess

Der ehemalige Konviktsdirektor des oberösterreichischen Stiftes Kremsmünster ist am Mittwoch von einem Schöffensenat im Landesgericht Steyr zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Dem heute 79-jährigen, mittlerweile in den Laienstand zurückversetzten Ordensmann werden sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf insgesamt 24 ehemalige Schüler vorgeworfen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am Rande der Verhandlung wurde am Mittwoch bekannt, dass die Opferanwälte den heute 79-jährigen Angeklagten sowie unbekannte Täter wegen Wiederbetätigung angezeigt haben. Dabei geht es um Äußerungen, die der Angeklagte gegenüber Zöglingen gemacht haben soll wie „Ich hol‘ die Pumpgun und erschieß Dich, Du Jud!“ oder „Ihr seid lebensunwertes Leben, das auszumerzen ist“. Zudem soll er demnach eine „Geheime Stiftspolizei“ (GeStiPo) gegenüber den Zöglingen erwähnt haben. Der heute 79-Jährige soll demnach auch einen SS-Dolch mit der Gravur „Meine Ehre heißt Treue“ besessen und Schülern gezeigt haben.

diePresse | 3.7.2013
Zum Artikel: diepresse.com


Missbrauch im Kloster erstmals vor einem Strafgericht

in Missbrauch, Prozesse

Am Landesgericht Steyr startet der Prozess gegen einen ehemaligen hochrangigen Geistlichen des Stiftes Kremsmünster. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 79-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch vor

Linz – Wenn Pater A. heute, Montag, im großen Schwurgerichtssaal vor Richter Wolf-Dieter Graf Platz nimmt, wird es für jene, denen der ehemalige Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster über Jahre seine ganz besondere „Fürsorge“ zukommen ließ, wohl eine späte Genugtuung sein. Erstmals muss sich mit dem heute 79-Jährigen ein hochrangiger Geistlicher in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen vor einem weltlichen Strafgericht verantworten.

Ein Blick in den rund 1200 Seiten starken Gerichtsakt, der dem Standard vorliegt, lässt den Heiligenschein von Pater A. rasch verblassen: Körperverletzung, sexueller Missbrauch von Jugendlichen, sexueller Missbrauch von Unmündigen, schwerer sexueller Missbrauch von Jugendlichen, Vergewaltigung, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, gefährliche Drohung und Nötigung, Quälen oder Vernachlässigen unmündiger oder wehrloser Personen. Und ein Vergehen nach dem Waffengesetz – der beschuldigte Pater besaß illegal eine Pumpgun sowie eine Pistole und soll damit einen Schüler bedroht haben. Dem Gottesmann drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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der Standard | 1.7.2013

Missbrauch: Wien ist anders

in Missbrauch

Eytan-Reif„Wer glaubt, dass die Klasnic-Kommission nach dem Vorbild der Helige-Kommission je unter Einbeziehung aller wissenschaftlichen Mittel die Geschehnisse im kirchlichen Sektor aufklären, die Schicksale der Betroffen anerkennen und darüber hinaus die Ausforschung der Verantwortlichen (!) sowie die Gewinnung von Erkenntnissen über die Dynamik von Gewalt in kirchlichen Einrichtungen vorantreiben wird, der irrt.“

Leserkommentar von Eytan Reif im Standard:
www.derstandard.at

Vatikan: Pädophilie-Skandal in der Kurie

in Missbrauch

PEDOFILIA

Die Staatsanwaltschaft Rom ermittelt laut der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwoch-Ausgabe) in Sachen Prostitution männlicher Minderjähriger mit Geistlichen.

Ausschlaggebend für die Ermittlungen sollen Aussagen eines Ex-Pfarrers sein, der wegen Pädophilie zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Patrizio Poggi soll Anfang März gegenüber der Polizei ausgesagt haben, er „wisse von schweren Missständen“, die die Kirche bedrohen.

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ORF Religion | 26.6.2013

Zweite Niederlage für Mehrerau: Forderung von Gewaltopfern rechtens

in Medienberichte, Prozesse

Dem früheren Internatsschüler, heute 46 Jahre alt, steht Schadenersatz für die 1982 erlittene Gewalttat zu

Bregenz – Das Kloster Mehrerau blitzte auch im zweiten Zivilrechtsverfahren eines Missbrauchsopfers ab. Der Berufssenat am Oberlandesgericht Innsbruck bestätigte das Ersturteil des Landesgerichts Feldkirch. Dem früheren Internatsschüler, heute 46 Jahre alt, steht Schadenersatz für die 1982 erlittene Gewalttat zu. Der Anspruch ist nicht verjährt, das Kloster muss für seinen ehemaligen Internatsleiter, der den Buben vergewaltigt hatte, haften. Begründet wird die Entscheidung mit eigenem Fehlverhalten der Klosterleitung, die von früheren Delikten des Priesters gewusst habe. Der Geistliche wurde bereits 1968 einschlägig verurteilt – was seiner Karriere im Schul- und Internatsdienst aber nicht im Wege stand. Zum Artikel…

Der Standard | 27.5.2013

OLG Innsbruck bestätigt nun: Sexuelle Misshandlung im Kloster Mehrerau zivilrechtlich nicht verjährt

in Prozesse

(30.4.13, Wien) Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt begrüßt das Urteil des OLG Innsbruck, das nun in zweiter Instanz bestätigt hat, dass Verjährung bei sexueller Misshandlung nicht gelten muss. Der Verjährungs-Einwand war durch das Kloster Mehrerau vorgebracht worden, das OLG hat diesem Einwand nicht stattgegeben. “Dieses Urteil ist richtungsweisend und wird weitere Klagen von Betroffenen nach sich ziehen“ zeigt sich Sepp Rothwangl von der Plattform zuversichtlich. Während es in diesem Fall zu einem außergerichtlichen Vergleich mit dem Kloster kam, ist die zweite Schadenersatz-Klage eines Betroffenen noch anhängig.

Misshandlungsopfer klagt zwei Padres, samt dem dazugehörigen Stift Admont

in Medienberichte

Rituelle Auspeitschungen und Vergewaltigungen,
beide Priester bis heute im Amt

stift-admont-moenche(18.4.2013, PUR) Mitten in der Eintragungsfrist zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien platzt eine Bombe: Ein Misshandlungsopfer klagt nun zwei Padres und das steirischen Stift Admont auf Schadenersatz. www.stiftadmont.at

Er und andere Ex-Zöglinge sind vor 45 Jahren durch die Hölle gegangen: Der Kläger soll von den Padres bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen worden sein, ihm soll auch das Kiefer ausgerenkt worden sein. Zu brutalen Schlägen kam es laut seinen Angaben mehrere hundert Male. Ebenso soll es zu häufigen rituellen Vergewaltigungen gekommen sein. Als der Betroffene einmal versuchte, Gegenwehr zu üben, soll ihm die Schulter ausgekegelt worden sein. Die Verletzungen, die damals zugefügt wurden, sind so schwerwiegend, dass es bis heute immer noch zu Eiter- und Blutbildungen kommt.
weierlesen

Unterlassungsklage gegen Waltraud Klasnic und Herwig Hösele eingebracht.

in Medienberichte

opferschutzkommissionDer Wiener Rechtsanwalt Wolfgang Renzl hat Klage gegen die „Unabhängige Opferschutzkommission“ eingebracht, an die sich Opfer kirchlicher Missbrauchsfälle wenden können. Der Anwalt verlangt in seiner Klage gegen deren Vorsitzende Waltraud Klasnic und deren Sprecher Herwig Hösele, die Verwendung des Namens zu unterlassen. Gegenüber der Austria Presseagentur begründete er die Klage damit, dass die Kommission einerseits nicht unabhängig sei und sich andererseits „wie eine Behörde“ bezeichne und als solche aufzutreten versuche.

Der Anwalt erklärte, die Klage aus eigenem Antrieb eingebracht zu haben. Unterstützt wird er unter anderem von der Plattform „Betroffener kirchlicher Gewalt“.

„Irreführende Unternehmensbezeichnung“
Die Klage richtet sich nicht gegen die Tätigkeit der „Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft“ bzw. der „Unabhängigen Opferschutzkommission“ sondern gegen die „irreführende Unternehmensbezeichnung“. Die Unabhängigkeit wird schon allein deshalb bezweifelt, weil die Einrichtungen „entgeltlich im Auftrag der Bischofskonferenz“ handeln, wie es in der Klagsschrift heißt.

Klage gegen „Unabhängige Opferschutzkommission“ | diePresse | 16.4.2013
Klage gegen Unabhängige Opferschutzkommission | ORF | 16.4.2013
Verwirrung um kirchlichen Datenschutz bei Missbrauch | ORF | 25.4.2012

Bischof sagt Teilnahme an Groer-Gedenkmesse ab

in Veranstaltungen

diepresse.com, 8.4.2013

Der Eisenstädter Diözesanbischof Zsifkovics nimmt doch nicht am Totengedenken teil. Er ortet eine „teils instrumentalisierende Darstellung“.
Nach heftiger Kritik der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics seine für  Montagabend geplante Teilnahme an einer Gedenkfeier für den vor zehn Jahren verstorbenen Kardinal Hans Hermann Groer abgesagt. Das teilte die Diözese Montagmittag in einer Aussendung mit. Gleichzeitig ortet der Bischof rund um das Totengedenken, das auch in den vergangenen zehn Jahren stattgefunden hatte, ohne Anstoß zu erregen, eine „derzeit öffentlich stattfindende, teils instrumentalisierende Darstellung“.

Dies führe zu „einem verzerrten Bild, das bei vielen Menschen Schmerz und Verbitterung auslösen muss“, erklärte Zsifkovics. Deshalb sei er zur Überzeugung gelangt, „dass ich als Bischof und Verantwortungsträger diese beiden Werte – die Sorge für die Lebenden und das ungestörte Gebet für die Toten – am besten schützen und verteidigen kann, indem ich an der heutigen Gedenkmesse nicht teilnehme“.

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