betroffen.at

(PM) Klasnic-Jahres-Bilanz: Totale Überforderung.

in Medienberichte

Zurücktreten und Weg zur staatlichen Kommission freimachen

(Wien, 23.12.10 PUR) Noch im Frühjahr gab Waltraud Klasnic an, alle Fälle bis Ende 2010 abarbeiten zu wollen. Bisher hat sie jedoch erst 97 von 721 Fällen abgeschlossen. „Bei diesem Tempo wird die Kommission noch viele Jahre brauchen. Das ist den Betroffenen nicht zumutbar“, kritisiert die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt. „Viele, die sich in ihrer großen Not an Klasnic gewandt haben, sind alt und krank. Eines der Gewaltopfer, das sich der Kirchen- Kommission anvertraut hat, ist bereits verstorben. Auch andere werden die langsame Vorgangsweise nicht überleben und so nicht einmal die ohnehin mickrige Entschädigung von der Kirche erhalten.“

„Waltraud Klasnic ist hoffnungslos überfordert mit der Aufarbeitung der Fälle. Sie soll aus Anstand gegenüber den Betroffenen von sich aus die Konsequenz ziehen und ihre Arbeit niederlegen. Damit würde sie auch den Weg für eine staatliche Kommission frei machen. Das wäre der beste Dienst, den Sie den kirchlichen Gewaltopfern erweisen könnte. Es wäre auch ein Dienst an der Demokratie. Denn dass die Kirche ihre Gewaltverbrechen selbst aufklären will und der Staat dabei tatenlos zusieht, ist einer Demokratie unwürdig“ stellt Sepp Rothwangl, Buchautor und Sprecher der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt fest.

(PM) Empörung über Kardinal Schönborns Kirchenaustritts-Nazizeit-Vergleich

in Medienberichte

Kirchenaustritte sind die Konsequenz von kirchlichen Gewaltverbrechen und deren Vertuschung

(Wien, 19.12.10 PUR) Die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt ist empört über die jüngsten Aussagen von Kardinal Schönborn. Dieser brachte in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung vom 18.12. die jüngste Kirchenaustrittswelle in Verbindung mit der Nazi-Zeit. Was der Kardinal nicht sagt: Das Gesetz zum Kirchenbeitrag wurde gerade von den Nazis, am 1. Mai 1939 vom damaligen Reichsstatthalter in Österreich, in Kraft gesetzt. Die Kirche profitiert auch heute noch vom nationalsozialistischen Kirchenbeitraggesetz. Basierend auf diesem Gesetz stellt der Staat den christlichen Kirchen seine Infrastruktur auf Kosten der Steuerzahler zur Verfügung, um Beiträge einzuheben. „Kirchenbeiträge sind überdies, auf Kosten der Allgemeinheit – steuerlich absetzbar, eine unzumutbare Bevorzugung für eine Institution, die nun jeden moralischen Anspruch verloren hat“ erklärt dazu die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt.

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Zeichnen gegen Schein-Heiligkeit und Vertuschung

in Betroffene berichten

Eine Missbrauchs-Betroffene zeichnet sich die Wut über die Kirche von der Seele. Berührende Zeichnungen auch als online-Buch

(Wien, Advent 2010 PUR) Als sich im Frühjahr 2010 Berichte über Gewalt und Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche häuften, kochten bei der Wiener Künstlerin Elisabeth O. schlimme Erinnerungen, die sie schon ihr Leben lang begleiteten, so massiv hoch, dass sie einen Nervenzusammenbruch erlitt.

Als 5-jährige wurde sie von Schwestern des Annunziaterklosters Eichgraben/NÖ gequält und gefoltert. Damals konnte sich sich niemandem anvertrauen, heute hilft sie sich selbst, plötzlich begann sie zu zeichnen. Und fand so ein künstlerisches Ventil für die jahrzehntelang angestaute Wut. „Sogar nachts bin ich immer wieder aufgewacht und habe Skizzen angefertigt“, schildert sie den inneren Befreiungsprozess.

Drei Wochen dauerte dieser Zeichenzwang. Das Ergebnis ist eine mit sicherem Strich gestaltete realsatirische Geschichte: ein Buch mit dem Titel Es werde Licht – oder die Albträume des Herrn P. In berührenden Bildern klagt Elisabeth O. die Scheinheiligkeit der Kirche an. Sie illustriert mit angedeuteten oder offensichtlichen Zeichnungen das Martyrium der Buben und Mädchen, die Gewaltverbrechen durch Priester und Angehörige verschiedener kirchlicher Einrichtungen erlitten haben. Ein Werk, das unter die Haut geht und die Situation der Betroffenen nachfühlbar macht.

Das Buch ist ab sofort auf www.betroffen.at online anzusehen.
Gegen Spende von € 10,-
kann man es auch als Druck bestellen (unter vernetzung@betroffen.at)
Die Künstlerin überlässt den Erlös der Plattform für Betroffene kirchlicher Gewalt.

3 SAT: „Das Leiden der Kloster-Kinder“

in TV & Filme

Die dunkle Geschichte von Schönbrunn
Jahrzehntelang waren die Akten der ermordeten Kinder von Schönbrunn bei Dachau weggeschlossen. Sie waren behindert oder psychisch krank und lebten in einem katholischen Heim – bis dessen Leiter, Prälat Josef Steininger, sie in den Tod schickte.“

https://youtu.be/L1C2cquVwl8

Kardinal im Zwielicht?

in Medienberichte

Unabhängige Kommission auch zur Prüfung von Schönborns Vorgehensweise gefordert

(Wien, 25.11.10, PUR) Bisher schien Christoph Schönborn im kirchlichen Missbrauchsskandal ein Fürsprecher der Opfer zu sein, doch seit heute haben sich die Hinweise verdichtet, dass auch er womöglich selbst zu den von ihm kritisierten Vertuschern gehört: In der aktuellen Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard“ erhebt ein ehemaliges Experten-Mitglied der Ombudsstelle der Erzdiözese Wien schwere Vorwürfe gegen Kardinal Christoph Schönborn. Von vielen der heuer öffentlich gewordenen Fälle habe der Kardinal „mit Sicherheit“ gewusst, so wird er im Standard zitiert. ( http://derstandard.at/)

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Missbraucht, ignoriert, diffamiert: Betroffene kirchlicher Gewalt

in Medienberichte

Erstmals enthüllt detaillierter Bericht Schattenseite der römisch-katholischen Kirche

(Wien, 24.11.10, PUR ) Seit März 2010 gibt es die kirchenunabhängige Hotline für Betroffene kirchlicher Gewalt. Betroffene erhalten Erstberatung durch Klinische PsychologInnen sowie rechtlichen Beistand durch Rechtsanwälte. Der Bericht der Hotline offenbart in bisher noch nie da gewesener Form, statistisch aufbereitet, Fakten zu diesen dunklen Seiten der Kirche. Das Ausmaß kirchlicher Gewalt wurde erstmals in Österreich umfassend dokumentiert und wird nun öffentlich gemacht.

PK Pressetext deutsch [pdf]
PK Pressetext englisch [pdf]
Bericht der Unabhängigen Hotline für Betroffene kirchlicher Gewalt [pdf]

Tipp: Gespräche mit Überlebenden von Missbrauch

in Veranstaltungen

Gespräche mit Überlebenden von Missbrauch
Mögliche Wege der Aufarbeitung durch Dialog

Sexueller Missbrauch – Amtsmissbrauch – Machtmissbrauch
Familie | Jugendamt | Kirche | Heim | Gutachten | Psychiatrie | Gericht | Politik

Freitag, 5. November 2010
Palais Epstein, Innenhof, Dr.-Karl-Renner-Ring 1 (links neben Parlament, 1010 Wien)
Einlass: 13:00 | Beginn: 14:00 | Ende: 18:00
Eintritt: frei. Lichtbildausweis vorweisen!

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Subventionskaiser Kirche

in Allgemein

Millionenschwere Agrarförderungen für die katholische Kirche in Österreich

(Wien, PUR 25.10.10) Vor kurzem enthüllte der Journalist Hans Weiss im „Schwarzbuch Agrar“ die überdimensionierten Agrarförderungen an Supraverdiener in Österreich. Vergessen wurden dabei jedoch kirchliche Agrargüter. Denn die kritisierten Agrarsubventionen für Magna-Chef Wolf oder Banker Julius Meinl nehmen sich bescheiden aus im Vergleich zu jenen Summen, welche die millionenschwere Kirche in Österreich erhält. Im vergangenen Jahr bekam beispielsweise Stift Melk für seine Landwirtschaft EU-Agrarförderungen von sage und schreibe rund 436.000 EUR. Und Stift Heiligenkreuz, dessen Brüder unlängst auch wegen sexuellen Missbrauchs in den Schlagzeilen waren, lukrierte mehr als 613.000.- EUR an Agrarförderungen. Absoluter kirchlicher Subventionskaiser ist jedoch das Chorherrenstift Klosterneuburg: dieses erhielt im vergangenen Jahr satte 680.239,35 EUR an Subventionsgeldern. Das Erzbistum Wien, welches unzählige Immobilien in der Wiener City besitzt, durfte auch noch 449.000 EUR EU-Agrar-Subventionen kassieren. Allein die 15 größten kirchlichen Betriebe erhielten zusammen 4.063.563,66 Euro.

Download Agrarsubventionen Kirchliche Einrichtungen [pdf]
Download Subventionen Katholische Einrichtungen [pdf]

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Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen

in Veranstaltungen

Interventions- und Präventionsstrategien in der Praxis
10.09.2010 von 10.00 – 17.00 Uhr
Selbsthilfegruppe Überlebt für Frauen und Mädchen mit sexuellen Missbrauchserfahrungen, Frauengesundheitszentrum ISIS
Alpenstraße 48, 5020 Salzburg

Referentin
Prof.in Dr.in Mechthild Wolff, Dozentin und Dekanin an der Hochschule Landshut/Fakultät Soziale Arbeit, stellvertretende Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V., Mitglied des Runden Tisches Kindesmissbrauch in Deutschland

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Schönbor-Klasnic Angebot: Neuerliche Verhöhnung der Betroffenen

in Medienberichte

(25.6.10 PUR) Die heute von der kircheneigenen Klasnic-Kommission angebotenen Entschädigungssätze (5.000 bis max. 25.000) werden von der kirchenunabhängigen Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt postwendend als neuerliche Beleidigung der Betroffenen strikt abgelehnt. Während die Kirchen-Kommission mehrfach betonte, großzügiger als die Judikatur sein zu wollen, ist der Maximalsatz mit EUR 25.000.- weit unter der ohnehin geringen gerichtlichen Schadenersatzsumme. Hier wurden für einen schweren Fall von Missbrauch bereits EUR 55.000 bezahlt. In Irland etwa, wurde im Schnitt jeder Betroffenen mit EUR 65.000.- entschädigt.

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